Im Rahmen der aktuellen Schulhof-Umgestaltung nimmt auch ein besonderes Vorhaben weiter Gestalt an: Auf dem Campus des Johanneums soll ein Waldgarten entstehen – ein naturnaher Bereich, der Lernen, Erholung und Gemeinschaft miteinander verbindet. In einer Zukunftswerkstatt haben Schüler*innen, Lehrkräfte sowie Eltern gemeinsam weitergeplant, Visionen geschärft und die nächsten Schritte festgelegt. Fachlich begleitet wird das Projekt weiterhin durch Frau Dr. Agnes Friedel von der Leuphana Universität.
Was soll der Waldgarten einmal können?
In der Werkstatt stand nicht das „Was geht gerade schon?“, sondern bewusst die Frage im Mittelpunkt: Wie sieht der Waldgarten im Ideal aus – und wie passt er in den Schulalltag? Dabei wurde schnell deutlich: Der Waldgarten soll nicht nur „grün“ sein, sondern ein echter Mehrwert für das Schulleben.
Viele Wünsche und Ideen liefen auf drei zentrale Funktionen hinaus:
1) Lernort unter freiem Himmel
Der Waldgarten soll Unterricht möglich machen – etwa in Biologie, Erdkunde oder Kunst, aber auch als ruhiger Ort für Lesephasen, kleine Gruppenarbeiten oder Projektarbeit.
2) Erholungsinsel im Schulalltag
Gerade an warmen Tagen wünschen sich viele einen Platz mit Schatten, Ruhe und Natur – zum Durchatmen, zur Pause, zum kurzen „Runterkommen“. Der Waldgarten soll genau das bieten: ein Stück „Waldrand“ auf dem Schulgelände.
3) Ort der Begegnung und des Miteinanders
Der Waldgarten soll ein Platz sein, an dem Menschen zusammenkommen: Klassen, Jahrgänge, AGs – perspektivisch auch im Austausch mit dem Stadtteil und der Nachbarschaft.
Was ist eigentlich ein „Waldgarten“?
Wichtig war auch eine gemeinsame Klarstellung: Ein Waldgarten ist kein Beet im Wald und auch kein bestehender Wald, der „ein bisschen essbar“ gemacht wird. Geplant ist vielmehr ein neu angelegtes, mehrjähriges Pflanzsystem – mit essbaren Pflanzen in verschiedenen „Ebenen“, ähnlich dem Aufbau eines Waldrandes. Entstehen soll das Ganze auf einer Fläche, die aktuell noch brach liegt.
Damit es gelingt: Verantwortung teilen, Pflege sichern, Finanzierung klären
Neben der Begeisterung gab es auch einen sehr realistischen Blick auf das, was ein solches Projekt braucht, damit es nicht nur startet, sondern langfristig funktioniert. Besonders wichtig waren dabei drei Themen:
Verantwortung auf viele Schultern
Damit Pflege und Weiterentwicklung nicht an Einzelnen hängenbleiben, soll das Projekt bewusst breit getragen werden – durch Schüler*innen, Kollegium und Eltern. Auch eine regelmäßige Struktur (z. B. die AG Außengelände) ist im Gespräch.
Gute Rahmenbedingungen
Ein Waldgarten braucht – gerade in den ersten Jahren – verlässliche Pflege und vor allem Wasser. Deshalb wurden als zentrale Aufgaben u. a. die Bewässerung und ein sinnvolles Pflegekonzept benannt.
Finanzierung und Unterstützung
Für Pflanzen, Material und Aufbau werden Fördermittel und Spenden notwendig sein. In der Runde wurden verschiedene Wege diskutiert – etwa über Förderprogramme und lokale Partner sowie Aktionen wie ein Sponsorenlauf. Auch die Abstimmung mit der Stadt spielt dabei eine wichtige Rolle.
Ausblick
Die Zukunftswerkstatt hat gezeigt: Der Waldgarten ist längst mehr als eine Idee. Er wird als Lernraum, Rückzugsort und Gemeinschaftsprojekt gedacht – und genau so soll er Schritt für Schritt entstehen.
Weitere Informationen zum Projekt der Leuphana Universität:
Berichte zu unserem Projektstart Waldgarten an unserer Schule:
Waldgarten-Projekt am Johanneum wird mit internationalem Preis ausgezeichnet
Informationen zu unserem neuen Campus:
Grüner, größer und gemeinschaftlicher: Unser neuer Schulcampus




