Wie attraktiv ist Lüneburg als Unternehmensstandort? Dieser Frage gingen die Schüler*innen der Klasse 11S im Fach Politik-Wirtschaft im Rahmen eines Planspiels nach – und schlüpften dabei in die Rollen junger Start-ups aus unterschiedlichsten Branchen.
Ziel des Projekts war es, den Wirtschaftsstandort Lüneburg nicht nur theoretisch zu betrachten, sondern praxisnah zu durchleuchten – mit der „Unternehmensbrille“ auf der Nase. Ob als Tech-Firma, nachhaltige Baufirma, veganes Lieferkonzept, Schmuckmanufaktur oder regionaler Medienanbieter: Jede Gruppe entwickelte eine Standortstrategie, die sich an den individuellen Bedürfnissen ihres Unternehmens orientierte.
Mit beeindruckendem Engagement analysierten die Schüler*innen harte und weiche Standortfaktoren wie Verkehrsanbindung, Immobilienpreise, Verfügbarkeit von Arbeitskräften, Lebensqualität oder Innovationsfreundlichkeit. Sie sichteten Websites der Stadt, durchforsteten Gewerbeflächenportale und verglichen Mietpreise für Büro- und Produktionsflächen.
Besonders eindrucksvoll war die Sorgfalt, mit der viele Gruppen eine SWOT-Analyse (Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken) erstellten – praxisnah, durchdacht und mit einem klaren Blick für unternehmerische Realität.
Dabei zeigte sich: Lüneburg punktet bei vielen mit seiner Lebensqualität, dem attraktiven Stadtbild, der Nähe zu Hamburg und einem wachsenden Bildungs- und Kreativstandort. Gleichzeitig wurde auch kritisch reflektiert, dass bezahlbare Flächen und eine stärkere technologische Infrastruktur für bestimmte Branchen noch ausbaufähig wären.
Die Schülerinnen und Schüler haben nicht nur wirtschaftliches Denken geübt, sondern auch gelernt, die Region mit anderen Augen zu sehen – nämlich aus Sicht von Gründerinnen, die ihren idealen Standort suchen. Diese Perspektive half vielen auch dabei, sich in ihrer zukünftigen Rolle als Arbeitnehmerin oder Unternehmer*in nach Ausbildung oder Studium neu zu verorten.
Am Ende des Projekts standen fundierte Standortentscheidungen – einige Gruppen sprachen sich klar für eine Ansiedlung in Lüneburg aus, andere formulierten konkrete Bedingungen oder suchten nach Alternativen. Das Planspiel zeigte eindrucksvoll, wie vielschichtig Standortentscheidungen sind – und wie ernsthaft, durchdacht und praxisnah Schüler*innen sich mit wirtschaftlichen Fragestellungen auseinandersetzen können.




