{"id":13908,"date":"2023-07-02T10:45:50","date_gmt":"2023-07-02T08:45:50","guid":{"rendered":"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/?page_id=13908"},"modified":"2023-07-02T15:16:56","modified_gmt":"2023-07-02T13:16:56","slug":"carl-peters-detailinformationen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/carl-peters-detailinformationen\/","title":{"rendered":"Carl Peters: Detailinformationen"},"content":{"rendered":"<section class=\"l-section wpb_row height_auto\"><div class=\"l-section-h i-cf\"><div class=\"g-cols vc_row via_flex valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"vc_col-sm-12 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"w-tabs layout_hor style_default switch_click has_scrolling\" style=\"--sections-title-size:1em\"><div class=\"w-tabs-list items_2 align_none\"><div class=\"w-tabs-list-h\"><button class=\"w-tabs-item active\" aria-controls=\"content-occe\" aria-expanded=\"false\"><span class=\"w-tabs-item-title\">Carl Peters und die deutsche Kolonialpolitik<\/span><\/button><button class=\"w-tabs-item\" aria-controls=\"content-cea1\" aria-expanded=\"false\"><span class=\"w-tabs-item-title\">Der &#8222;Fall Peters&#8222; 1891\/92<\/span><\/button><\/div><\/div><div class=\"w-tabs-sections titles-align_none icon_chevron cpos_right\"><div class=\"w-tabs-section active\" id=\"occe\"><button class=\"w-tabs-section-header active\" aria-controls=\"content-occe\" aria-expanded=\"true\"><div class=\"w-tabs-section-title\">Carl Peters und die deutsche Kolonialpolitik<\/div><div class=\"w-tabs-section-control\"><\/div><\/button><div  class=\"w-tabs-section-content\" id=\"content-occe\"><div class=\"w-tabs-section-content-h i-cf\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p><strong>I. Carl Peters und die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft<\/strong><\/p>\n<p>Carl Peters war w\u00e4hrend seines Aufenthaltes in London 1881- 83 , der ihm durch einen verm\u00f6genden Onkel erm\u00f6glicht wurde, von der tatkr\u00e4ftigen und weltoffenen englischen Mentalit\u00e4t stark beeindruckt. Eine Art Hassliebe zu England entstand: einerseits Bewunderung f\u00fcr das gro\u00dfe britische Weltreich, andererseits Neid wegen des angeblich an den Rand gedr\u00e4ngten Deutschen Reiches. Deutschland die ihm geb\u00fchrende Stellung in der Welt zu verschaffen, war eines der wichtigsten Motive der Kolonialpolitik von Carl Peters. Dar\u00fcberhinaus gab er auch wirtschaftliche Interessen Deutschlands an. Die im 19. Jahrhundert aufgetretenen Probleme wie Bev\u00f6lkerungs-wachstum, soziale Spannungen, Rohstoffmangel und Absatzschwierigkeiten glaubte Peters am besten durch Erwerbung von Kolonien bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen. Dabei gab er offen zu, dass Kolonialismus die Bereicherung eines Volkes auf Kosten schw\u00e4cherer V\u00f6lker sei. Der auch m\u00f6gliche Gedanke einer wirtschaftlichen Entwicklung des Kolonialgebietes im Interesse der eingeborenen Bev\u00f6lkerung findet sich nicht explizit bei Peters.<\/p>\n<p>Hanseatische Handelsh\u00e4user waren schon vor Carl Peters gesch\u00e4ftlich unter englischem Schutz im Raum Sansibar und Ostafrika t\u00e4tig. Seit Jahrhunderten bestanden an der K\u00fcste afrikanisch- arabische Mischkulturen,die mit Gew\u00fcrzen und Tabak Handel trieben. Besonders wegen des Elfenbeins schickten arabische Kaufleute Karawanen ins Landesinnere, wobei die zum Transport mitverpflichteten Eingeborenen an der K\u00fcste als Sklaven verkauft wurden. Der Sultan von Sansibar, Said Bargasch, kontrollierte die etwa 2000 km lange K\u00fcste zwischenWarscheich im Norden und dem portugiesischen Mocambique im S\u00fcden. Ein Vertrag mit England und Frankreich von 1862 sicherte seinen Besitzstand. Bismarck hatte sich schon vor dem Auftreten des Kolonialpioniers Carl Peters zu einer Intensivierung der Handelsbeziehungen zur afrikanischen Ostk\u00fcste und Sansibar entschlossen, wobei er ein freundschaftliches Verh\u00e4ltnis zum Sultan und die Respektierung des englischen Einflusses anstrebte. Dieses eher behutsame Vorgehen Bismarcks war Teil seiner gro\u00dfen au\u00dfenpolitischen Konzeption, Englands Wohlwollen gegen\u00fcber Deutschland zu erhalten. So gingen Bismarck schon die Pl\u00e4ne des am 27.9. 1884 zum deutschen Generalkonsul in Sansibar ernannten Rohlfs, der gegen den Sklavenhandel an der ostafrikanischen K\u00fcste vorgehen wollte, zu weit, da sie zu Konflikten mit dem Sultan h\u00e4tten f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/div><\/div><div class=\"w-separator size_medium\"><\/div><div class=\"g-cols wpb_row via_flex valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"vc_col-sm-3 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p><a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/peterskarte_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-13913\" src=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/peterskarte_2-300x247.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"247\" srcset=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/peterskarte_2-300x247.jpg 300w, https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/peterskarte_2-141x116.jpg 141w, https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/peterskarte_2.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<\/div><\/div><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p>Karte 1: Peters Usagara-Expedition und Emin-Pascha-Expedition<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"vc_col-sm-9 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p>Carl Peters, der am 28.3. 1884 die &#8222;Gesellschaftf\u00fcr Deutsche Kolonisation&#8220; (GfDK) gegr\u00fcndet hatte, kam deshalb Bismarcks &#8222;informal empire&#8220;- Konzeption in die Quere, als er im November 1884 mit Graf Joachim von Pfeil und Karl J\u00fchlke im Auftrag der GfDK in Sansibar eintraf. Das ausw\u00e4rtige Amt warnte Peters vor un\u00fcberlegten Aktionen, da au\u00dferdem Ende 1884 die Berliner Kongokonferenz begann. Carl Peters begab sich mit einer kleinen Gruppe ins Landesinnere und schloss auf seiner Usagara- Expedition vom 23.11. &#8211; 17.12.1884 (siehe Karte 1) zw\u00f6lf Vertr\u00e4ge mit Eingeborenen -H\u00e4uptlingen, besonders mit Sultan Muinin Sagara und dessen Sohn Kibuna. Peters und der GfDK wurde die privatrechtliche Nutzung und Ausbeutung von Bodensch\u00e4tzen, das Recht auf Steuererhebung und die deutsche Oberhoheit \u00fcber 140.000 km\u00b2 \u00fcbertragen, wobei Peters den privaten Besitzstand des Sultans und den Schutz seiner Dynastie zusicherte. Peters stellte den Antrag auf einen Schutzbrief, den Bismarck am 27.2. 1885 &#8211; einen Tag nach Abschluss der Kongokonferenz- gew\u00e4hrte.<\/p>\n<p>Es regte sich aber Protest bei Sultan Said Bargasch, der in London wegen der Verletzung seiner Hoheitsrechte Einspruch erhob. Bismarck erreichte in London eine f\u00fcr das Deutsche Reich wohlwollende Haltung. Um den widerspenstigen Sultan zum Einlenken zu bewegen, schickte Bismarck ein Flottengeschwader nach Sansibar, dasam 7.8. 1885 eintraf.Nach einer Woche Machtdemonstration gab der Sultan nach. In einem Vertrag mit Sansibar vom 20.12. 1885 erreichte Admiral Knorr freien Warenverkehr mit freiem Ausfuhrzoll und geringen Einfuhrz\u00f6llen, sowie das Benutzungsrecht f\u00fcr den Hafen von Daressalam. Eine deutsch- englische Kommission versuchte vom Dezember 1885 bis Fr\u00fchsommer 1886 die genauen Grenzen des Sultanats festzulegen. Im deutsch- englischen Ostafrika-Abkommen vom 29.10. 1886 garantierten beide M\u00e4chte den Inselbesitz des Sultans und einen 10 km breiten K\u00fcstenstreifen vom portugiesischen Kap Delgado bis n\u00f6rdlich des Tangaflusses. Au\u00dferdem wurde eine deutsch- englische Interessensph\u00e4rengrenze festgelegt und Deutschland erhielt das Protektorat \u00fcber das Witu-Gebiet am Tana.<\/p>\n<p>Die &#8222;Deutsch- Ostafrikanische Gesellschaft&#8220; (DOAG), die im Februar 1885 aus der GfDK hervorgegangen war, hatte in der Zwischenzeit weitere Expeditionen unternommen. Trotz des Engagements von Bankh\u00e4usern hatte die DOAG zu wenig Mittel, um eine echte Herrschaft \u00fcber das Schutzgebiet aufzubauen.Bismarck hielt sich weiter zur\u00fcck, getreu seinem Grundsatz &#8222;den Pionieren folgen, aber ihnen nicht den Weg ebnen&#8220;. Carl Peters, der 1887 von der DOAG als &#8222;Direktor&#8220; zu weiteren Verhandlungen nach Sansibar geschickt worden war, hatte erst Erfolg, als Said Bargasch 1888 starb. Dessen Nachfolger \u00fcbertrug im April 1888 der DOAG die Oberhoheit \u00fcber die gesamte K\u00fcste gegen einen prozentualen Anteil an den Z\u00f6llen. Als aber die DOAG ihre Verwaltungshoheit durchsetzen wollte, brach in den K\u00fcstenst\u00e4dten ein Aufstand los, der von der arabischen H\u00e4ndlerschicht getragen wurde. Bismarck, der sich immer noch distanziert zu den Erwerbungen als &#8222;St\u00fcck Papier mit Negerkreuzen darunter&#8220; \u00e4u\u00dferte, musste erkennen, dass seine Politik des &#8222;informal empire&#8220; gescheitert war. Deutsche Kriegsschiffe bombardierten ab Mai 1889 die Hafenorte und eine Expeditionstruppe unter dem Befehl von Hermann v. Wissmann schlug den Aufstand mit Hilfe von Askaris (schwarzen S\u00f6ldnern) bis Januar 1891 nieder. (Peters befand sich 1888 in Deutschland und danach bis 1890 aufseiner Emin-Pascha- Expedition.) Ende 1890 stellte das Deutsche Reich das Schutzgebiet der DOAG unter seine staatliche Verwaltung; Deutsch- Ostafrika wurde zu einer deutschen Kolonie.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"g-cols wpb_row via_flex valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"vc_col-sm-12 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"w-separator size_medium\"><\/div><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p><strong>II. Carl Peters und die Emin- Pascha- Expedition 1889-90<\/strong><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"g-cols wpb_row via_flex valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"vc_col-sm-3 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p><a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/peterskarte1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-13914\" src=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/peterskarte1-269x300.jpg\" alt=\"\" width=\"269\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/peterskarte1-269x300.jpg 269w, https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/peterskarte1-358x400.jpg 358w, https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/peterskarte1-104x116.jpg 104w, https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/peterskarte1.jpg 376w\" sizes=\"auto, (max-width: 269px) 100vw, 269px\" \/><\/a><\/p>\n<\/div><\/div><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p>Karte 2. Die Kolonie Deutsch-Ostafrika 1890<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"vc_col-sm-9 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p>\u00c4gypten hatte sich Anfang des 19. Jahrhunderts unter dem Statthalter des t\u00fcrkischen Sultans, Khedive genannt, Mehmed Ali (1768- 1849) vom Osmanischen Reich gel\u00f6st und den Sudan unter seine Herrschaft gebracht. Die Nachfolger Mehmed Alis beg\u00fcnstigten die Einwanderung von Europ\u00e4ern, holten europ\u00e4ische Techniker ins Land (1854 &#8211; 69 Bau des Suezkanals) und \u00fcberlie\u00dfen die Herrschaft der Grenzprovinzen des Sudans europ\u00e4ischen Gouverneuren. Die \u00c4quatorialprovinz des Sudan war zun\u00e4chst dem Engl\u00e4nder Samuel Baker , ab 1878 dem deutschen Oberarzt der Provinz Dr. Eduard Schnitzer \u00fcbertragen worden. Unter dem Namen Emin war er zum Islam \u00fcbergetreten und regierte als Emin Pascha die \u00c4quatorialprovinz. Der Sudan war damals Hauptumschlag- platz f\u00fcr die am oberen Lauf des Nils gefangenen Sklaven. Seit den Berichten europ\u00e4ischer Forschungsreisender \u00fcber die Grausamkeiten islamischer Sklavenj\u00e4ger und &#8211; h\u00e4ndler bem\u00fchte man sich auf Dr\u00e4ngen europ\u00e4ischer Politiker um die Bek\u00e4mpfung des Sklavenhandels. Nach vergeblichen Versuchen Samuel Bakers sah ab 1877 der englische Generalgouverneur Charles Gordon in Khartum dieses als eine seiner Hauptaufgaben. 1881 entlud sich die soziale Unzufriedenheit mit den hohen Steuern, einer Hungersnot und dem Hass gegen\u00fcber &#8222;den Fremden&#8220; im Mahdi-Aufstand unter F\u00fchrung eines Derwisches namens Mohammed Achmed. Dieser behauptete, das Ende der Zeiten sei gekommen und er sei der erwartete Nachfolger des Propheten Mohammed, der Mahdi, der ein Reich der Gerechtigkeit aufrichten werde. Seine Truppen wurden aus den Reihen ehemaliger Sklavenh\u00e4ndler verst\u00e4rkt, denen er Freiheit des Sklavenhandels versprach. Nachdem er sich gegen kleinere britische Milit\u00e4rinterventionen behauptet hatte, eroberte der Mahdi 1885 unerwartet Khartum; Gordon wurde bei der Eroberung get\u00f6tet. Die Engl\u00e4nder, die 1882 \u00c4gypten \u00fcbernommen hatten, beschlossen, den Sudan zu r\u00e4umen. Das Herrschaftsgebiet, das nach dem pl\u00f6tzlichen Tode des Mahdi 1885 vom Nachfolgekalifen errichtet wurde, schnitt Emin Pascha vom \u00fcbrigen Sudan und \u00c4gypten ab, er wurde aufgefordert sich zu ergeben. Emin Pascha verlegte seinen Verwaltungssitz nach Wadelai (siehe Karte 2), um eventuell von dort aus zur Ostk\u00fcste zu gelangen.<\/p>\n<p>Die Briten bereiteten eine Entsatzexpedition f\u00fcr Emin Pascha vor, deren Leitung Henry Morton Stanley \u00fcbernahm. Stanley begann seine Expedition 1887 und w\u00e4hlte den Weg vom Kongo her. Schon im Dezember1887 erreichte er nach gro\u00dfen Strapazen den Albert- See, galt aber ab Anfang 1888 selbst als verschollen. 1888 begann man in Deutschland sich f\u00fcr Emin Paschazu engagieren. Carl Peters wirkte an der Gr\u00fcndung eines&#8220;Emin- Pascha- Komitees&#8220; mit und erhielt Anfang 1889 von Bismarck die Leitung einer Expedition.<\/p>\n<\/div><\/div><div class=\"w-separator size_medium\"><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"g-cols wpb_row via_flex valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"vc_col-sm-3 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p><a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/peterseminp.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-13915\" src=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/peterseminp-300x252.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"252\" srcset=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/peterseminp-300x252.jpg 300w, https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/peterseminp-138x116.jpg 138w, https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/peterseminp.jpg 327w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<\/div><\/div><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p>Emin Pascha und Carl Peters (am Tisch sitzend) am 20.6.1890 in Mpuapua<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"vc_col-sm-9 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p>Peters brach im Juni 1889 von Daressalam mit dem Schiff auf und w\u00e4hlte den Weg \u00fcber das Sultanat Witu nach Westen in Richtung Viktoria- See. Peters wusste nicht , dass Stanley bereits im April 1888 den gesuchten Emin Pascha getroffen hatte und sich seit April 1889 auf einerMarschroute westlich des Viktoria- Sees nach S\u00fcden bewegte.<\/p>\n<p>Stanley und Emin Pascha erreichten am 4. 12. 1889 ihr Ziel Bagamojo an der K\u00fcste, als Peters&#8216; Expeditiongerade gut die H\u00e4lfte des Weges zum Viktoria- See zur\u00fcckgelegt hatte.<\/p>\n<p>Peters verfolgte weiterreichende Ziele, n\u00e4mlich eine &#8222;gewaltige Erweiterung der deutschen Einflusssph\u00e4re&#8220;. Auf dem von ihm gew\u00e4hlten Weg n\u00f6rdlich der seit 1886 geltenden Grenze zwischen englischer und deutscher Interessensph\u00e4re auf urspr\u00fcnglich englischem Interessengebiet nahm er zahlreiche Flaggenhissungen vor und schloss Schutzvertr\u00e4ge ab, z.B. mit dem Sultanvon Kawirondo am 1. 2. 1890 . Peters betrachtete diese Gebiete als &#8222;nobody&#8217;s country&#8220; und wollte die deutsch-ostafrikanischen Schutzgebiete bis an den Viktoria &#8211; See vergr\u00f6\u00dfern und die verbliebenen s\u00fcdlichen Teile der ehemaligen \u00c4quatorialprovinz unter Emin Paschas Herrschaftsanspruch an Deutsch- Ostafrika angliedern. Daf\u00fcr mutete Peters sich und seiner Expedition gro\u00dfe Strapazen zu und provozierte mit seinem offensiven Auftreten gegen\u00fcber Eingeborenen bewaffnete Konflikte mit Toten auf beiden Seiten, in deren Verlauf er auch D\u00f6rfer brandschatzte und Viehherden raubte. Erst am 20. 6. 1890 traf Peters auf seinem R\u00fcckweg Emin Pascha in Mpuapua. Emin Pascha war bereits wieder auf dem Weg ins Landesinnere, um die Eingeborenen- H\u00e4uptlinge westlich des Viktoria- Sees der deutschen Herrschaft zuzuf\u00fchren. Der Helgoland- Sansibar &#8211; Vertrag vom 1.7. 1890 machte alle diese Pl\u00e4ne jedoch zunichte. Deutschland verzichtete auf das Sultanat Witu inklusive des dazu geh\u00f6rigen K\u00fcstenstreifen Kenias und auf alle Ambitionen in Bezug auf Uganda und erhielt daf\u00fcr das als strategisch wichtig eingestufte Helgoland. England sicherte sich Pemba, Kenia, Njassaland und das Protektorat \u00fcber Sansibar. (Das Reich des Mahdi wurde erst 1898 in der blutigen Schlacht von Omdurman, am linken Nilufer gegen\u00fcber Khartum gelegen, durch Truppen der europ\u00e4ischen M\u00e4chte England, Italien, Frankreich und Belgien besiegt.)<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"w-separator size_medium\"><\/div><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p><strong>Literatur:<\/strong><br \/>\nWehler, Hans Ulrich: Bismarck und der Imperialismus, Berlin 1969<br \/>\nPeters, Carl: Gesammelte Werke , Beck&#8217;sche Verlagsbuchhandlung, M\u00fcnchen und Berlin, 3 B\u00e4nde 1943\/44<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Autor: Gerhard Glombik<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"w-tabs-section\" id=\"cea1\"><button class=\"w-tabs-section-header\" aria-controls=\"content-cea1\" aria-expanded=\"false\"><div class=\"w-tabs-section-title\">Der &#8222;Fall Peters&#8222; 1891\/92<\/div><div class=\"w-tabs-section-control\"><\/div><\/button><div  class=\"w-tabs-section-content\" id=\"content-cea1\"><div class=\"w-tabs-section-content-h i-cf\"><div class=\"g-cols wpb_row via_flex valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"vc_col-sm-12 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><\/div><\/div><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p><strong>I. Die Pers\u00f6nlichkeit von Carl Peters<\/strong><\/p>\n<p>Der &#8222;Fall Peters&#8220;, der sich auf Ereignisse der Jahre 1891\/92 bezieht, ist ohne eine Gesamtbetrachtung der Pers\u00f6nlichkeit von Carl Peters nicht zu verstehen. Die Doppelnatur seines Charakter kann man einerseits beschreiben als: im Umgang gem\u00fctlich, humorhaft, &#8222;den guten alten Nietzsche am Kilimandscharo lesend&#8220;. Zur &#8222;gem\u00fctlichen&#8220; Seite geh\u00f6rt auch seine Religiosit\u00e4t. Er spricht von seiner Demut vor Gott, von Wehmut und Mitleid mit sich selbst (!) und l\u00e4sst sich in manchen Momenten zu r\u00fchrseligem Schluchzen hinrei\u00dfen. Echtes Schuldbewusstsein oder Selbstkritik findet sich aber bei Peters nicht. Seine &#8222;andere&#8220; Seite zeigte sich schon<\/p>\n<p>w\u00e4hrend der Schulzeit. Seine Lehrer w\u00fcnschten ihm zum Abitur, das er in Ilfeld (Harz) ablegte, es m\u00f6ge &#8222;sein Glaube, ein Genie zu sein, recht bald ersch\u00fcttert werden&#8220;. Peters neigte offensichtlich zu Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung und war mit einem \u00fcbersteigerten Geltungsbed\u00fcrfnis ausgestattet. Getrieben von Ehrgeiz und pers\u00f6nlichem<\/p>\n<p>Machtstreben pflegte er nach seiner R\u00fcckkehr nach Berlin 1883 im Konservativenclub mit Sporen und Peitsche zu erscheinen, ausgestattet mit dem Sendungsbewusstsein, seinen Namen &#8222;tief in die Weltgeschichte einzumei\u00dfeln&#8220;. Dahinter steckte das verdr\u00e4ngte Minderwertigkeitsgef\u00fchl eines sich gegen\u00fcber dem Britischen Empire als zweitrangig einstufenden Deutschen. Herbert von Bismarck, der im ausw\u00e4rtigen Dienst t\u00e4tige Sohn des Reichskanzlers, empfand Peters als &#8222;ganz \u00fcblen Burschen&#8220; und &#8222;phantastischen T\u00f6lpel&#8220;(Zitate nach UlrichWehler).<\/p>\n<\/div><\/div><div class=\"w-separator size_medium\"><\/div><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p><strong>II. Sein Weltbild<\/strong><\/p>\n<p>Dass jedem Erdenbewohner ein harter Kampf ums Dasein bestimmt sei, war eines der Grundprinzipien in Carl Peters&#8216; Weltanschauung. Allerdings seien die Rassen mit unterschiedlichen F\u00e4higkeiten dazu ausgestattet. Obwohl er den Begriff der Rasse noch eher im Sinne von &#8222;Volk&#8220; verstand, waren seine Anschauungen zum Teil rassistisch. Jede Rasse habe einen eigent\u00fcmlichen Charakter. Die Afrikaner z.B. seien &#8222;von Gott zur Roharbeit&#8220; geschaffen, h\u00e4tten aber kaum ein Bed\u00fcrfnis nach Arbeit. Er klassifiziert sie als &#8222;subspezies&#8220;. Den Deutschen attestierte er einen Minderwertigkeitskomplex gegen\u00fcber anderen V\u00f6lkern, einen sentimentalen Provinzialismus und eine Art Unreife, denn sie h\u00e4tten ihre Bestimmung als &#8222;Herrenvolk&#8220; noch nicht erkannt. Rassenvermischung sah er nur in begrenztem Umfang als n\u00fctzlich an. Er hielt eine verweichlichende Sentimentalit\u00e4t gegen\u00fcber Afrikanern, die sich durch eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Lekt\u00fcre von &#8222;Onkel Toms H\u00fctte&#8220; gebildet habe, f\u00fcr unangebracht.<\/p>\n<p>Obwohl er die &#8222;blutd\u00fcrstigen Despotien&#8220; der Stammesf\u00fcrsten vor der europ\u00e4ischen Eroberung verurteilte und die Sklaverei ablehnte, setzte er sich f\u00fcr eine staatliche Arbeitspflicht f\u00fcr Eingeborene ein, was sogar in der &#8222;Deutschen Kolonialzeitung&#8220; auf Widerspruch stie\u00df. Peters hat sich aber auch nicht in besonderer Weise als Vork\u00e4mpfer gegen die Sklaverei hervorgetan. Erw\u00e4hnt sei aber das Antisklaverei- Abkommen mit H\u00e4uptling Mwanga von Uganda vom M\u00e4rz 1890.<\/p>\n<\/div><\/div><div class=\"w-separator size_medium\"><\/div><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p><strong>III. Verhalten gegen\u00fcber Eingeborenen<\/strong><\/p>\n<p>Peters&#8216; Verhalten gegen\u00fcber Eingeborenen zeigte sich bereits auf dem R\u00fcckweg der Usagara- Expedition im Dezember 1884. Gereizt durch die f\u00fcr ihn unertr\u00e4gliche Hitze, Fieberanf\u00e4lle, Proviantknappheit und eine Wunde am Fu\u00df lie\u00df sich Peters von 4 Eingeborenen tragen. Als diese zwei Mal die Trage fallen lie\u00dfen, benutzte Peters die Peitsche und bedrohte sie mit dem Revolver. W\u00e4hrend der Emin- Pascha- Expedition am 10. 6. 1890 wagte ein Angeh\u00f6riger des Stammes der Gogo, den Wei\u00dfen beim Fr\u00fchst\u00fcck im Zelt zuzuschauen und dabei zu grinsen. Peters war so emp\u00f6rt, dass er ihn mit der Nilpferdpeitsche schlagen lie\u00df. Es kam zu blutigen Auseinandersetzungen mit den Gogo. Im Oktober 1891 f\u00fchrte Peters als &#8222;Reichskommissar&#8220; einen Kriegszug gegen die Warambo, bei dem viele Menschen get\u00f6tet und 17 D\u00f6rfer sowie Bananenplantagen und Getreidelager zerst\u00f6rt wurden.<\/p>\n<\/div><\/div><div class=\"w-separator size_medium\"><\/div><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p><strong>IV. Der &#8222;Fall Peters&#8220; 1891\/92<\/strong><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"g-cols wpb_row via_flex valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"vc_col-sm-3 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p><a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/petersdienerk.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-13909\" src=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/petersdienerk.jpg\" alt=\"\" width=\"145\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/petersdienerk.jpg 145w, https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/petersdienerk-70x116.jpg 70w\" sizes=\"auto, (max-width: 145px) 100vw, 145px\" \/><\/a><\/p>\n<\/div><\/div><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p class=\"tiny_p\">Peters mit Diener Ramassan 1894<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"vc_col-sm-9 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p>Der &#8222;Fall Peters&#8220; bezieht sich auf zwei Todesurteile, die Peters 1891 und 1892 an Eingeborenen vollstreckte, was ihm sp\u00e4ter auch den Beinamen &#8222;H\u00e4ngepeters&#8220; einbrachte. Im April 1892 erhielt von Soden, der deutsche Gouverneur von Ostafrika, einen Brief des anglikanischen Missionars Smythies, in dem dieser von zwei durch Peters vollstreckten Todesurteilen berichtete. Von Soden begann mit der Untersuchung dieser ihm unbekanntenVorf\u00e4lle und informierte die Reichsregierung. Die sp\u00e4tere Rekonstruktion ergab folgendes Bild: Peters hatte seinen Diener Mabruk nachts zusammen mit dem Dschagga- M\u00e4dchen Jagodjo in einem Zimmer angetroffen. Sie war eine von Peters&#8216; Konkubinen, die ihm die Stammesh\u00e4uptlinge der Umgebung zum &#8222;Geschenk&#8220; gemacht hatten.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"w-separator size_medium\"><\/div><div class=\"g-cols wpb_row via_flex valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"vc_col-sm-12 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p>Am 19.10. 1891 wurde Mabruk durch ein dreik\u00f6pfiges Kriegsgericht, in dem Peters selbst den Vorsitz f\u00fchrte, wegen n\u00e4chtlichen Einbruchs und Vertrauensbruchs, wodurch das Leben von Wei\u00dfen bedroht gewesen sei, zum Tode durch Erh\u00e4ngen verurteilt. Die zun\u00e4chst geflohene Jagodjo wurde wieder gefangen, wie zwei weitere Eingeborenenm\u00e4dchen mit menschenunw\u00fcrdiger Auspeitschung hart bestraft und als angebliche Anf\u00fchrerin einer Verschw\u00f6rung gegen die Kilimandscharo- Station am 5. 1. 1892 zum Tod durch den Strang verurteilt und hingerichtet. Anfang April marschierte Peters zur K\u00fcste und begab sich auf eine Reise nach Kapstadt. Von Soden kam zur \u00dcberzeugung, dass diese Todesurteile unrechtm\u00e4\u00dfig gewesen waren, da Peters sie aus gekr\u00e4nkter Eitelkeit und Rachsucht verh\u00e4ngt habe. Obwohl das Ausw\u00e4rtige Amt der Ansicht von Sodens zustimmte, wollte man den &#8222;Fall Peters&#8220; nicht an die gro\u00dfe Glocke h\u00e4ngen. Von Soden protestierte und quittierte 1893 den Dienst. Peters wurde 1894 erneut zum &#8222;Reichskommissar zur Verf\u00fcgung des Gouverneurs von Deutsch- Ostafrika&#8220; &#8211; allerdings ohne Aufgabe- ernannt.<\/p>\n<p>Als der &#8222;Fall Peters&#8220; 1895 und 1896 von der SPD im Reichstag aufgegriffen wurde (noch einmal 1897), versetzte Reichskanzler F\u00fcrst Hohenlohe den Reichskommissar in den einstweiligen Ruhestand und leitete 1896 ein Diszilinarverfahren ein. Die Kammer des Disziplinargerichts f\u00fcr Kolonialbeamte hielt am 24.4. 1897 Peters zwar nur teilweise eines Dienstvergehens f\u00fcr schuldig, sprach aber die Dienstentlassung unter Verlust von Titel und Pension aus. In der Berufungsverhandlung am 15.11. 1897 ging der Kaiserliche Disziplinarhof noch weiter, befand Peters in allen Punkten des Dienstvergehens f\u00fcr schuldig und verwarf seine Rechtfertigungen als nicht stichhaltig. Noch bemerkenswerter war die Aussage in der Urteilsbegr\u00fcndung, auch die Verdienste des Angeklagten k\u00f6nnten die Verletzung der Wahrheitsliebe, der Gerechtigkeit und des Anstandes nicht aufwiegen. Peters rechtfertigte die beiden Todesurteile in seinem eigenen Beitrag &#8222;Der Fall Peters&#8220; (Gesammelte Schriften) mit dem Kriegrecht und dem Belagerungszustand, in dem die deutsche Station am Kilimandscharo gestanden habe. Eine pers\u00f6nliche Schuld erkannte er nicht an. Er habe eben ein &#8222;temperamentvolles und offenes Wesen&#8220;, seinen Trotz und seine Willensst\u00e4rke. Das Ende seiner Laufbahn schrieb er den b\u00f6sartigen Intrigen und Racheakten politischer Gegner, Konkurrenten und Neider zu. Dass der Kaiser ihm 1905 auf dem Gnadenwege seinen Titel als Reichskommissar wiedergab und ihm 1914 sogar eine Pension zubilligte, betrachtete Peters als Rehabilitation.<\/p>\n<p>Es waren aber erst die Nationalsozialisten, die 1937 das Urteil von 1897 aufhoben, Peters als Nationalhelden glorifizierten, seiner Witwe eine Rente gew\u00e4hrten und Stra\u00dfen nach ihm benannten. So erhielt auch L\u00fcneburg 1937 eine &#8222;Karl Peters Stra\u00dfe&#8220;. Das Johanneum setzte sich seit 2004 f\u00fcr eine Umbenennung der &#8222;Karl Peters Stra\u00dfe&#8220; in &#8222;Hermann Jacobsohn Stra\u00dfe&#8220; ein ( Siehe unter Hermann Jacobsohn). Die &#8222;Karl Peters Stra\u00dfe&#8220; wurde aber sp\u00e4ter in &#8222;Albert Schweitzer Stra\u00dfe&#8220; umbenannt.<\/p>\n<p>Literatur: Wehler, Hans- Ulrich: Bismarck und der Imperialismus, Berlin 1969<br \/>\nSchneppen, Heinz: Der Fall Peters: ein Kolonialbeamter vor Gericht, in: Zeitschrift f\u00fcr Geschichtswissenschaft 49, 2001, 10 Berlin , S.869- 885<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Autor: Gerhard Glombik<\/p>\n<\/div><\/div><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p><strong>Frau B\u00fcrgermeisterin Birte Schellmann<\/strong>\u00a0lobte das selbstst\u00e4ndige kulturelle Engagement von L\u00fcneburger B\u00fcrgern, das geradezu als Vorbild auch f\u00fcr die Politiker der Stadt dienen k\u00f6nne. J. A. P. Schulz sei nun nach langer Abwesenheit endg\u00fcltig wieder nach L\u00fcneburg heimgekehrt. Das Werk von J. A. P. Schulz sollte st\u00e4rker als Anregung f\u00fcr die musikalische Bildung in den Schulen genutzt werden.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"w-separator size_medium\"><\/div><div class=\"g-cols wpb_row via_flex valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"vc_col-sm-3 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p><a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/herr_gerhard_glombik.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-13850\" src=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/herr_gerhard_glombik.jpg\" alt=\"\" width=\"134\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/herr_gerhard_glombik.jpg 134w, https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/herr_gerhard_glombik-78x116.jpg 78w\" sizes=\"auto, (max-width: 134px) 100vw, 134px\" \/><\/a><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"vc_col-sm-6 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p>Der Beitrag des\u00a0<strong>Johanneums\u00a0<\/strong>zur Einweihungsfeier bestand darin, den geladenen G\u00e4sten das Leben von J.A.P. Schulz in drei Abschnitten vorzustellen.\u00a0<strong>Herr Gerhard Glombik<\/strong>\u00a0gab eine kurze Einf\u00fchrung und stellte die Mitwirkenden des Johanneums vor.<\/p>\n<p>Sch\u00fclerinnen der Klasse 11 lasen aus den drei autobiographischen Skizzen, die Schulz hinterlassen hatte.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"vc_col-sm-3 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p><a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/chor_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-13846\" src=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/chor_1-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/chor_1-300x225.jpg 300w, https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/chor_1-155x116.jpg 155w, https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/chor_1.jpg 423w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"w-separator size_medium\"><\/div><div class=\"g-cols wpb_row via_flex valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"vc_col-sm-3 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p><a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/e2e154ab5e04f32cb5376e7669b07d28_chor_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-13848\" src=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/e2e154ab5e04f32cb5376e7669b07d28_chor_2-300x191.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"191\" srcset=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/e2e154ab5e04f32cb5376e7669b07d28_chor_2-300x191.jpg 300w, https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/e2e154ab5e04f32cb5376e7669b07d28_chor_2-182x116.jpg 182w, https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/e2e154ab5e04f32cb5376e7669b07d28_chor_2.jpg 393w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"vc_col-sm-9 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p>Ein\u00a0<strong>Chor<\/strong>\u00a0von 11 Sch\u00fclerinnen unter der Leitung von\u00a0<strong>Frau Waltraut Elle- Ellbrechtz<\/strong>\u00a0(nicht auf dem Foto) und unter Begleitung von\u00a0<strong>Herrn Karl Mielke<\/strong>\u00a0(nicht auf dem Foto) sang das bekannteste Schulz- Lied\u00a0<em>Der Mond ist aufgegangen<\/em>\u00a0zun\u00e4chst in der Chorversion, danach als Kanon in der Bearbeitung von Christiane Frey. Das Foto zeigt einige Sch\u00fclerinnen des Chors vor ihrem Auftritt. Eine Sch\u00fclerin spielte als Solistin am Piano aus den\u00a0<em>six pi\u00e8ces<\/em>\u00a0das\u00a0<em>Andante sostenuto<\/em>\u00a0und am Schluss die zwei T\u00e4nze\u00a0<em>F\u00fcr mein Minchen<\/em>, die Schulz kurz vor seinem Tod f\u00fcr seine damals 6 Jahre alte Tochter geschrieben hatte.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"w-separator size_medium\"><\/div><div class=\"g-cols wpb_row via_flex valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"vc_col-sm-3 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p><a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/herr_gerhard_hopf.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-13851\" src=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/herr_gerhard_hopf.jpg\" alt=\"\" width=\"165\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/herr_gerhard_hopf.jpg 165w, https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/herr_gerhard_hopf-96x116.jpg 96w\" sizes=\"auto, (max-width: 165px) 100vw, 165px\" \/><\/a><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"vc_col-sm-9 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p class=\"tiny_p\"><strong>Herr Gerhard Hopf<\/strong>, der fr\u00fchere Leiter der Ratsb\u00fccherei, hielt die Laudatio. Er beschrieb die Stellung von J.A.P. Schulz im Schatten der gro\u00dfen Komponisten des 18. Jahrhunderts mit den Worten: &#8222;Unbekannt hei\u00dft nicht unbedeutend&#8220;. Schulz habe musiktheoretisch auf hohem Niveau gearbeitet, die Spitze der einflussreichen 2. Berliner Liederschule gebildet und einen wichtigen Beitrag zur L\u00f6sung der deutschen Oper vom franz\u00f6sischen Stil geleistet. Er sei dar\u00fcber hinaus von seinen Zeitgenossen als eine sympathische Pers\u00f6nlichkeit wahrgenommen worden, der man sofort bei der ersten Begegnung habe vertrauen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p id=\"curauthor\" class=\"tiny_p\" style=\"text-align: right;\"><strong>Autor: Gerhard Glombik<\/strong><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Carl Peters und die deutsche KolonialpolitikDer &#8222;Fall Peters&#8222; 1891\/92Carl Peters und die deutsche KolonialpolitikI. Carl Peters und die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft Carl Peters war w\u00e4hrend seines Aufenthaltes in London 1881- 83 , der ihm durch einen verm\u00f6genden Onkel erm\u00f6glicht wurde, von der tatkr\u00e4ftigen und weltoffenen englischen Mentalit\u00e4t stark beeindruckt. Eine Art Hassliebe zu England entstand: einerseits...","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-13908","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/13908","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13908"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/13908\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13919,"href":"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/13908\/revisions\/13919"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13908"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}