{"id":13897,"date":"2023-07-02T10:25:47","date_gmt":"2023-07-02T08:25:47","guid":{"rendered":"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/?page_id=13897"},"modified":"2023-07-02T10:35:01","modified_gmt":"2023-07-02T08:35:01","slug":"geord-hermann-stoltz-detailinformationen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/geord-hermann-stoltz-detailinformationen\/","title":{"rendered":"Georg Hermann Stoltz: Detailinformationen"},"content":{"rendered":"<section class=\"l-section wpb_row height_auto\"><div class=\"l-section-h i-cf\"><div class=\"g-cols vc_row via_flex valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"vc_col-sm-12 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"w-tabs layout_hor style_default switch_click has_scrolling\" style=\"--sections-title-size:1em\"><div class=\"w-tabs-list items_1 align_none\"><div class=\"w-tabs-list-h\"><button class=\"w-tabs-item active\" aria-controls=\"content-hc73\" aria-expanded=\"false\"><span class=\"w-tabs-item-title\">Ein Unternehmer und seine Firma<\/span><\/button><\/div><\/div><div class=\"w-tabs-sections titles-align_none icon_chevron cpos_right\"><div class=\"w-tabs-section active\" id=\"hc73\"><button class=\"w-tabs-section-header active\" aria-controls=\"content-hc73\" aria-expanded=\"true\"><div class=\"w-tabs-section-title\">Ein Unternehmer und seine Firma<\/div><div class=\"w-tabs-section-control\"><\/div><\/button><div  class=\"w-tabs-section-content\" id=\"content-hc73\"><div class=\"w-tabs-section-content-h i-cf\"><div class=\"g-cols wpb_row via_flex valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"vc_col-sm-3 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p><a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/g._hermann_stoltz_als_junger_mann.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-13902\" src=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/g._hermann_stoltz_als_junger_mann.jpg\" alt=\"\" width=\"201\" height=\"290\" srcset=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/g._hermann_stoltz_als_junger_mann.jpg 201w, https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/g._hermann_stoltz_als_junger_mann-80x116.jpg 80w\" sizes=\"auto, (max-width: 201px) 100vw, 201px\" \/><\/a><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"vc_col-sm-9 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div id=\"content\">\n<p>Als Georg Hermann Stoltz mit 21 Jahren 1866 als einziger Passagier des Segelschiffs &#8222;Brasileira&#8220; in Rio de Janeiro ankam, konnte noch niemand ahnen, dass er eines Tages ein erfolgreicher Unternehmer werden w\u00fcrde. Mit einem Empfehlungsschreiben in der Tasche bewarb er sich bei der Firma &#8222;Brandes Kramer &amp; Ferreira&#8220;. In Brasilien gab es damals noch keine Industrie, deshalb lohnte es sich Fertigwaren zu importieren: Eisenwaren aller Art, Streichh\u00f6lzer, Textilien , aber auch Baumaterialien und sogar Fisch (Klippfisch und Bacalhau). Die Gesch\u00e4fte wurden auf Konsignationsbasis get\u00e4tigt, das hei\u00dft die Waren mussten erst nach Verkauf an den Kunden bezahlt werden oder waren mit Wechseln \u00fcber Londoner Banken finanziert, die nach Laufzeiten von mehreren Monaten bis zu einem Jahr beglichen werden mussten. Wegen der europ\u00e4ischen Finanzierung waren die Wechselkursverh\u00e4ltnisse von gro\u00dfer Bedeutung. (Der Klippfisch- und Bacalhau- Import lag damals in der Hand der Freimaurer, so dass Stoltz sp\u00e4ter selbst der Loge beitrat, um an diesem Gesch\u00e4ft weiter Anteil zu haben).<\/p>\n<p><strong>G. Hermann Stoltz als junger Mann<\/strong><br \/>\nG. Hermann Stoltz wurde wegen seiner guten Schrift als Schreiber eingestellt. Er lernte in erstaunlich kurzer Zeit die portugiesische Sprache. Au\u00dferdem konnte er gut mit Menschen umgehen. Seine kaufm\u00e4nnische Begabung lie\u00df ihn zu einem am Gewinn beteiligten Mitarbeiter der Firma aufsteigen. Als seine Mutter starb, brachte er sein Erbe von 10.000 Talern in die Firma ein und wurde Teilhaber. Nachdem 1877 das erste &#8222;Deutsche Dampfschiff&#8220; des Norddeutschen Lloyd&#8217;s nach Rio gefahren war, wurden ganze Schiffsladungen an die Firma Brandes Kramer &amp; Ferreira geliefert. Stoltz stieg zum Hauptinhaber der Firma auf und so wurde sie 1884 in &#8222;Herm. Stoltz &amp; Co&#8220; umbenannt; gleichzeitig wurde das Einkaufshaus &#8222;Hermann Stoltz &amp; CIE&#8220; in Hamburg am Glockengie\u00dferwall 25\/26 gegr\u00fcndet (Eintrag als OHG ins Handelsregister 1905). Da die Familie ab 1884 wegen der Schulpflicht der Kinder nach Hamburg \u00fcbersiedelte und sich auch das Einkaufshaus in Hamburg befand, waren unendlich viele Schiffsreisen n\u00f6tig, die mit Umsteigen bis zu 4 Wochen dauern konnten. Nat\u00fcrlich musste man auch weit entfernte Kunden und Lieferanten kennen lernen.<\/p>\n<p>1892 wurde eine Filiale in S\u00e3o Paulo er\u00f6ffnet. Da sich mit der Versicherung von Schiffsladungen viel Geld verdienen lie\u00df, wurde die H. Stoltz &amp; CIE Agent f\u00fcr diverse internationale Versicherungsgesellschaften. 1884- 1944 beteiligte sich Stoltz an den Dannemann- Zigarrenfabriken in Brasilien. Durch den Einstieg in den Bier-Import entstand 1910 die Niederlassung in Recife\/Pernambuco. Nach 1910 gelang der Firma ein kometenhafter Aufstieg. Um diese Zeit \u00fcbernahm Rudolf Hans Stoltz, der einzige Sohn, die Gesch\u00e4ftsleitung in Brasilien, w\u00e4hrend sich sein Vater um die Organisation von Gesch\u00e4ften in Hamburg k\u00fcmmerte. Inzwischen wurden auch Maschinen aus Deutschland haupts\u00e4chlich f\u00fcr landwirtschaftliche Betriebe importiert. Motorr\u00e4der und Autos kamen hinzu, brachten aber eher Verluste. Um 1910 sch\u00e4tzte G. Hermann Stoltz sein Verm\u00f6gen auf etwa 8- 12 Mio. Goldmark. In seinem Wohnort in Wentorf war G. H. Stoltz innerhalb des damaligen preu\u00dfischen Dreiklassenwahlrechts der einzige W\u00e4hler der 1. Klasse.<\/p>\n<p>Durch den ersten Weltkrieg fielen die Gewinn bringenden Importe aus, und weil H. Stoltz w\u00e4hrend der Kriegsjahre vertragsgetreu seine Schulden bei einer englischen Bank tilgte, schien die finanzielle Lage bis 1918 hoffnungslos zu sein. 1919 erhielt man aber weitere Kreditzusagen, so dass die Firma H. Stoltz in den zwanziger Jahren als bedeutendster Hamburger Exporteur f\u00fcr Brasilien galt. Man lieferte Maschinen nach Brasilien und Holz, Tabak und Kakao nach Deutschland (nur Kaffe nicht). Durch die Verbindung mit dem Norddeutschen Lloyd\/Bremen wurde das Schifffahrtsgesch\u00e4ft ausgebaut. Mit der Weltwirtschaftskrise 1928\/29 kam auch die brasilianische Zucker- und Kaffeekrise. Gro\u00dfe Lieferungen von Maschinen f\u00fcr die Zuckerfabriken in Nordost-Brasilien wurden nicht bezahlt und die Schulden der K\u00e4ufer mit langfristigen brasilianischen Staatsanleihen beglichen. Nur die freundschaftlichen Beziehungen zu Londoner Banken erm\u00f6glichten der Firma Stoltz das \u00dcberleben.<\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/div><div class=\"w-separator size_medium\"><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"g-cols wpb_row via_flex valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"vc_col-sm-3 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p><a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/die_familie_g._hermann_stoltz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-13898\" src=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/die_familie_g._hermann_stoltz.jpg\" alt=\"\" width=\"190\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/die_familie_g._hermann_stoltz.jpg 190w, https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/die_familie_g._hermann_stoltz-73x116.jpg 73w\" sizes=\"auto, (max-width: 190px) 100vw, 190px\" \/><\/a><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"vc_col-sm-9 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p>Die Familie Stoltz<br \/>\nDie Hamburger Firma am Glockengie\u00dferwall 25\/26 (gegen\u00fcber der Kunsthalle) hatte damals etwa 60 Mitarbeiter. Der Baumwoll- Export aus Brasilien nach Deutschland boomte und die Firma H. Stoltz hatte daran gro\u00dfen Anteil. Am 1. 12. 1927- bereits ein gutes halbes Jahr nach dem Atlantikflug von Charles Lindbergh &#8211; wurde in Rio das &#8222;Syndicato Condor LTDA&#8220; gegr\u00fcndet, eine Gesellschaft, die die M\u00f6glichkeiten der Luftschifffahrt ausbauen sollte. H. Stoltz war einer der Aktion\u00e4re. Verbindungen zur Lufthansa, zur Zeppelin- Reederei Friedrichshafen und zum Aerolloyd entstanden. !932 nahm der Zeppelin den Post- und Passagierverkehr nach Brasilien auf. Die deutsche Condorgesellschaft flog an der brasilianischen K\u00fcste die gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dte an. Erst nach 1937 wurde der Zeppelinbetrieb nach dem Brand des &#8222;Hindenburg&#8220; in New York eingestellt.<\/p>\n<p>Einen Monat, nachdem er von der \u00d6ffentlichkeit mit Berichten in vielen Tageszeitungen beachtet seinen 90. Geburtstag gefeiert hatte, starb G. Hermann Stoltz am 12.12. 1939 und wurde in Reinbeck beigesetzt. Der Zweite Weltkrieg wurde f\u00fcr die Firma Stoltz eine Katastrophe. Nur \u00fcber so genannte &#8222;Blockadebrecher&#8220; (Schiffe mit neutraler Flagge) konnte man noch eine Zeitlang Auftr\u00e4ge verschicken. Als Brasilien 1942 Deutschland den Krieg erkl\u00e4rte, wurden die brasilianischen Firmenfilialen zwangsliquidiert, weil ihre Eigent\u00fcmer deutsche Vorfahren hatten. Obwohl die meisten Familiennachkommen in Brasilien geboren waren und die brasilianische Staatsangeh\u00f6rigkeit besa\u00dfen, wurden Familienmitglieder und Firmenmitarbeiter teilweise bis nach 1945 inhaftiert. Mit dem Erwerb von Kriegsanleihen und der Entwertung des Bargeldes ging der gr\u00f6\u00dfte Teil der verbliebenen Werte des Hamburger Kontors verloren. Nach 1945 versuchten zwei S\u00f6hne von Rudolf Hans Stoltz, der 1958 starb, einen neuen Anfang durch Gesch\u00e4fte mit elektrischen Haushaltsartikeln und der Gr\u00fcndung verschiedener Firmen. 1966 wurde eine N\u00e4hmaschinen- und B\u00fcromaschinenfirma geschlossen. 1956 wurde in Brasilien eine Fa. Herm. Stoltz S.A. gegr\u00fcndet und florierte einige Jahre. Da in Brasilien aber mittlerweile eine eigene Industrie entstanden war, gingen die Exporte zur\u00fcck. Die brasilianische Firma stieg in die Elektrizit\u00e4tsbranche ein und stellte in den 60&#8217;er und 70&#8217;er Jahren Elektromotoren und Generatoren her. Sie verlor aber den Konkurrenzkampf gegen gro\u00dfe Kartellfirmen auf dem brasilianischen Markt. Die Firmengruppe ist heute nicht mehr aktiv.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Unternehmer und seine FirmaEin Unternehmer und seine Firma Als Georg Hermann Stoltz mit 21 Jahren 1866 als einziger Passagier des Segelschiffs &#8222;Brasileira&#8220; in Rio de Janeiro ankam, konnte noch niemand ahnen, dass er eines Tages ein erfolgreicher Unternehmer werden w\u00fcrde. 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