{"id":13879,"date":"2023-07-01T13:24:53","date_gmt":"2023-07-01T11:24:53","guid":{"rendered":"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/?page_id=13879"},"modified":"2023-07-02T10:17:05","modified_gmt":"2023-07-02T08:17:05","slug":"johann-a-p-schulz-detailinformationen-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/johann-a-p-schulz-detailinformationen-2\/","title":{"rendered":"Rudolf von Bennigsen: Detailinformationen"},"content":{"rendered":"<section class=\"l-section wpb_row height_auto\"><div class=\"l-section-h i-cf\"><div class=\"g-cols vc_row via_flex valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"vc_col-sm-12 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"w-tabs layout_hor style_default switch_click has_scrolling\" style=\"--sections-title-size:1em\"><div class=\"w-tabs-list items_1 align_none\"><div class=\"w-tabs-list-h\"><button class=\"w-tabs-item active\" aria-controls=\"content-yfe2\" aria-expanded=\"false\"><span class=\"w-tabs-item-title\">Vom Chorknaben zum Hofkapellmeister<\/span><\/button><\/div><\/div><div class=\"w-tabs-sections titles-align_none icon_chevron cpos_right\"><div class=\"w-tabs-section active\" id=\"yfe2\"><button class=\"w-tabs-section-header active\" aria-controls=\"content-yfe2\" aria-expanded=\"true\"><div class=\"w-tabs-section-title\">Vom Chorknaben zum Hofkapellmeister<\/div><div class=\"w-tabs-section-control\"><\/div><\/button><div  class=\"w-tabs-section-content\" id=\"content-yfe2\"><div class=\"w-tabs-section-content-h i-cf\"><div class=\"g-cols wpb_row via_flex valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"vc_col-sm-3 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p><a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/rudolf_von_bennigsen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-11815\" src=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/rudolf_von_bennigsen.jpg\" alt=\"\" width=\"179\" height=\"229\" srcset=\"https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/rudolf_von_bennigsen.jpg 179w, https:\/\/johanneum-lueneburg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/rudolf_von_bennigsen-91x116.jpg 91w\" sizes=\"auto, (max-width: 179px) 100vw, 179px\" \/><\/a><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"vc_col-sm-9 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div id=\"content\">\n<p class=\"tiny_p\">Das Adelsgeschlecht der Bennigsens mit dem Stammsitz im Dorf Bennigsen (urspr\u00fcnglich Bennucheshusen) zwei Kilometer s\u00fcdlich von Hannover ist bis 1311 zur\u00fcckf\u00fchrbar. Es teilt sich in eine j\u00fcngere Linie mit relativ m\u00e4\u00dfigem Besitz und eine \u00e4lteren Linie, aus der der Oberbefehlshaber der russischen Armee gegen Napoleon 1812\/13 L. A. Gottlieb von Bennigsen hervorging, sowie dessen Sohn Graf Alexander von Bennigsen, der in der Innenpolitik Hannovers ab 1848 eine gewisse Rolle spielte. Beide hatten aber keine pers\u00f6nlichen Beziehungen zueinander. Sowohl der Vater wie der Gro\u00dfvater Bennigsen waren im Milit\u00e4rdienst, ebenso einer seiner Br\u00fcder.<\/p>\n<p class=\"tiny_p\">Als Sch\u00fcler des Johanneums zeigte Rudolf von Bennigsen au\u00dfer guten Leistungen noch keine seiner sp\u00e4teren F\u00e4higkeiten, denn er galt eher als verschlossen und schweigsam. Sogar von einem Suizidversuch aus nicht gekl\u00e4rten Motiven wird 1841 berichtet. Sp\u00e4ter beschreibt er die Schulzeit in Hannover als geistt\u00f6tend, die ihn ohne Klarheit \u00fcber sich und die Welt lie\u00df. Schulaufs\u00e4tze aus den Jahren 1838-42 \u00fcber erstaunlich aktuelle Themen wie &#8222;Nachteile des Aberglaubens&#8220; und &#8222;Vor- und Nachteile des Maschinenwesens&#8220; zeigen aber die Gabe, sich mit Problemen der Gesellschaft zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p class=\"tiny_p\">Durch den st\u00e4ndigen Garnisonswechsel des Vaters konnte bei ihm kein echtes Heimatgef\u00fchl aufkommen, das ihn an althergebrachte Gebr\u00e4uche oder \u00fcberholte Ansichten und adlige Privilegien gebunden h\u00e4tte. Durch die Versetzung seines Vater nach Frankfurt als Bevollm\u00e4chtigter bei der Milit\u00e4rkommission des Deutschen Bundes 1843 wurde sein Blick fr\u00fchzeitig \u00fcber Hannover hinaus auf die gesamtdeutsche Ebene gelenkt. Schon im Studium gewann er durch Redegewandtheit und Haltung F\u00fchrungsqualit\u00e4ten. Sein Beruf als Jurist und seine Laufbahn als Beamter im Staatsdienst Hannovers erschienen ihm bald aussichtslos und langweilig. In der Revolution 1848 wurde mit seiner Kritik am preu\u00dfischen K\u00f6nig Wilhelm IV. , den er ein &#8222;fr\u00f6mmelndes unf\u00e4higes Scheusal&#8220; nannte, seine liberale politische Gesinnung deutlich. Er trat allerdings f\u00fcr eine konstitutionelle Monarchie, die Schaffung eines Deutschen Reiches und eine friedliche Entwicklung durch Kompromisse zwischen F\u00fcrsten und B\u00fcrgertum ein.<\/p>\n<p class=\"tiny_p\">Als er 1856 zum ersten Mal als Abgeordneter in die Zweite Kammer Hannovers gew\u00e4hlt und seine Beurlaubung aus dem Staatsdienst abgelehnt wurde, brach er mit seiner ganzen adligen Vergangenheit und seinem sozialen Umgang, indem er aus dem Staatsdienst austrat und sich ganz der politischen Vertretung b\u00fcrgerlicher Rechte widmete. Dabei nutzte er schon den Landtag in Hannover als Forum f\u00fcr seine weiterreichenden gesamtdeutschen Ziele. 1858 beschloss er mit Gleichgesinnten die Gr\u00fcndung einer Vereinigung, die die deutsche Reichseinheit mit einer reformierten Bundesverfassung vorantreiben sollte. 1859 wurde der Nationalverein in Frankfurt gegr\u00fcndet und Bennigsen zum Vorsitzenden gew\u00e4hlt. Bennigsens Vorstellung einer Reichseinheit mit einem konstitutionell erneuerten Preu\u00dfen als F\u00fchrungsmacht und einer bundesstaatlichen Struktur wurde allerdings von den s\u00fcddeutschen Vertretern eher abgelehnt.<\/p>\n<p class=\"tiny_p\">Als 1862 die ablehnende Haltung des konservativen preu\u00dfischen Ministerpr\u00e4sidenten Bismarck gegen\u00fcber den Liberalen deutlich wurde, schienen die Voraussetzungen f\u00fcr Bennigsens Politik zerst\u00f6rt. Bismarck war f\u00fcr ihn ein &#8222;h\u00f6chst miserables Epigonentum des Alten Fritz&#8220;; Preu\u00dfen wurde 1863 wegen seiner Mithilfe an der Unterdr\u00fcckung des polnischen Aufstandes scharf getadelt. Durch den Gang der politischen Ereignisse, die haupts\u00e4chlich durch die Gro\u00dfm\u00e4chte Preu\u00dfen und \u00d6sterreich vorangetrieben wurden, war Bennigsen zu Kompromissen mit neuen Realit\u00e4ten gezwungen. Obwohl er noch 1864 erkl\u00e4rte, Preu\u00dfen und \u00d6sterreich h\u00e4tten durch ihr eigenm\u00e4chtiges Vorgehen in der Schleswig &#8211; Holstein &#8211; Frage ihren Anspruch verwirkt, Gro\u00dfm\u00e4chte Deutschlands zu hei\u00dfen, musste er 1867 und 1870 umdenken. Preu\u00dfen riss 1866 mit seinem Austritt aus dem Deutschen Bund und seinem Krieg gegen \u00d6sterreich die Initiative gewaltsam an sich. Bennigsen verurteilte zwar eine kriegerische L\u00f6sung; aber f\u00fcr den Fall, dass der Krieg nicht aufzuhalten war und Preu\u00dfen siegen sollte, hoffte Bennigsen auf einen Fortschritt in der Frage der Reichseinheit. Einen Regionalstaat wie Hannover hoffte er als selbstst\u00e4ndigen Bundesstaat dadurch zu erhalten, dass Hannover in den Kriegshandlungen neutral blieb. Bennigsen konnte sich deshalb \u00e4hnlich lautende oder weitergehende Angebote, mit denen Bismarck ihn 1866 pers\u00f6nlich zu \u00fcberreden versuchte, als Einmischung verbitten. (Gegen anderslautende verleumderische Vorw\u00fcrfe der Welfenpartei, die ihm noch 1888 deshalb Landesverrat vorwarf, konnte er sich gerichtlich zur Wehr setzen).<\/p>\n<p class=\"tiny_p\">Im Gegensatz zu Bennigsen entschied sich der K\u00f6nig von Hannover Georg V. aber f\u00fcr ein B\u00fcndnis mit \u00d6sterreich und beschwor so durch die preu\u00dfische Besetzung Hannovers dessen Ende als K\u00f6nigreich herauf. Die neue Lage durch den Sieg Preu\u00dfens lie\u00df die Liberalen im neu gew\u00e4hlten Reichstag des Norddeutschen Bundes umschwenken. Bennigsens Strategie war es nun, am Aufbau des Norddeutschen Bundes als Vorstufe zur deutschen Reichseinheit mitzuwirken , aber unter St\u00e4rkung der B\u00fcrgerrechte und des Parlamentes.<\/p>\n<p class=\"tiny_p\">Obwohl es Bennigsen nicht gelang, in der Verfassung wichtige liberale Grunds\u00e4tze wie die Verantwortlichkeit des Kanzlers und der Minister vor dem Reichstag durchzusetzen, nahmen die Nationalliberalen eine Zusammenarbeit mit Bismarck in Aussicht, die in den folgenden Jahren trotz vieler Konflikte einigerma\u00dfen funktionierte. Bismarck konnte die Nationalliberalen sogar mit seinem Krieg gegen Frankreich 1870, der die langersehnte Reichseinheit brachte, auf seine Seite ziehen. Die Ann\u00e4herung f\u00fchrte 1877 sogar zum Vorschlag Bismarcks, Bennigsen zum Minister des Innern zu machen, was dieser aber selbst dadurch verhinderte, dass er weitere liberale Forderungen nach Reformen stellte und den Eintritt von zwei weiteren liberalen Ministern in die Regierung verlangte.<\/p>\n<p class=\"tiny_p\">Bismarcks Politik war letztlich auf die Spaltung der damals starken Nationalliberalen ausgelegt. Die Ablehnung des Sozialistengesetzes durch Bennigsens Partei 1878 und die Hinwendung Bismarcks zur Schutzzollpolitik brachten Bennigsen in Schwierigkeiten. Die Wahlen von 1881 bedeuteten eine Schw\u00e4chung und Spaltung der Nationalliberalen, so dass Bennigsen 1883, der politischen Auseinandersetzungen m\u00fcde, seine Abgeordnetenmandate niederlegte. Nachdem er 1887 &#8211; 98 wiederum Reichstagsabgeordneter und F\u00fchrer der Nationalliberalen gewesen war, konnte Bennigsen schlie\u00dflich auf auf 28 Jahre Reichstagsarbeit seit 1867 zur\u00fcckblicken, als er sich aus dem politischen Leben zur\u00fcckzog.<\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vom Chorknaben zum HofkapellmeisterVom Chorknaben zum Hofkapellmeister Das Adelsgeschlecht der Bennigsens mit dem Stammsitz im Dorf Bennigsen (urspr\u00fcnglich Bennucheshusen) zwei Kilometer s\u00fcdlich von Hannover ist bis 1311 zur\u00fcckf\u00fchrbar. Es teilt sich in eine j\u00fcngere Linie mit relativ m\u00e4\u00dfigem Besitz und eine \u00e4lteren Linie, aus der der Oberbefehlshaber der russischen Armee gegen Napoleon 1812\/13 L. 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